Einen dritten Nationalen Forschungsschwerpunkt hat kürzlich die medizinische Forschung an der Universität Zürich zugesprochen erhalten. Kidney.ch ist der Erforschung der physiologischen Prozesse der Niere gewidmet. Unter der Leitung des Physiologen Francois Verrey werden 20 Forschergruppen in der ganzen Schweiz kooperieren, um sich in einer weltweit einmaligen Breite mit den Funktionen dieses zentralen Organs zu beschäftigen.
Nierenerkrankungen haben in den letzten Jahren stark zugenommen und verursachen rund 10 Prozent der Gesundheitskosten. Volkskrankheiten wie Bluthochdruck, Ateriosklerose und Osteoporose werden durch Störungen der Nierenfunktion verursacht. Das Ziel des Programms ist es, durch eine verbesserte Kenntnis der Wechselwirkungen mit anderen Organsystemen wie Herz, Gehirn, Hormondrüsen oder Verdauungstrakt neue Ansätze für Prävention, Diagnostik und Therapie zu finden.
Zu Kidney.ch gehört die gezielte Nachwuchsförderung: Neu geschaffen werden ein nationales Doktoratsprogramm und 2 Assistenzprofessuren für junge Nierenforscher. Das Programm wird vom Bund in den nächsten 4 Jahren mit 16,5 Millionen Franken unterstützt. Davon fliessen 60 Prozent an die Universität Zürich, die ebenso viel in Form von Infrastruktur, personellen Ressourcen und Finanzmitteln beiträgt.
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Montag, 26. April 2010
Dienstag, 13. April 2010
Ein Meilenstein der Medizin
Jüngst gelang es Greifswalder Wissenschaftlern Genvarianten identifiziert, die die Nierenfunktion beeinflussen. Untersucht wurden über 67.000 Menschen. Weltweit leiden mehr als 500 Millionen Menschen an einer chronischen Nierenkrankheit, die zu einer Schwächung der Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen führen kann. In Deutschland ist jeder zehnte Erwachsene betroffen. Allein bundesweit sind mehr als 90.000 Menschen von einer Nierensatztherapie wie regelmäßiger Dialyse oder einer Transplantation abhängig. So wurden 2009 allein in Deutschland 2772 Nieren nach einer Organspende transplantiert. Zu den häufigsten Ursachen der Erkrankung gehörten Diabetes und Bluthochdruck. Aber auch erbliche Veranlagung spielt eine wichtige Rolle. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler in Greifswald im Rahmen einer Gesundheitsstudie. Gemeinsam mit internationalen Kollegen durchforschten die Greifswalder das menschliche Genom auf der Suche nach Genvarianten, die zur chronischen Nierenkrankheit beitragen. Den Wissenschaftlern kam zugute, dass die Ergebnisse der seit über zehn Jahren laufenden Greifswalder Gesundheitsstudie SHIP (Study of Healthin Pomerania) zurückgreifen. Zum erneuten Male wurden die Daten von über 3000 Vorpommern als Basis für die entscheidende Genidentifizierung genutzt. Obwohl jede einzelne dieser Varianten nur einen geringen Einfluss ausübt, könnte die Kombination „schlechter“ Gene die erbliche Veranlagung zum chronischen Nierenversagen erheblich verstärken. Die Dialysebehandlung zähle neben der starken persönlichen Belastung für die Patienten und ihre Familien zu den aufwändigsten Therapien in der Inneren Medizin. Die jährlichen Ausgaben in Deutschland liegen Schätzungen zufolge bei über 2 Milliarden Euro. Das Hauptanliegen der Wissenschaftler liegt darin Blutwäsche und Transplantationen künftig weitgehend überflüssig zu machen, auch wenn es noch ein weiter Weg sein wird. Innerhalb des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 15,4 Mio. Euro geförderten Projektes soll jetzt in einer neuen Studie an die Ergebnisse der internationalen Untersuchung angeknüpft und vertiefend an den Genvarianten geforscht werden.
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